Betriebsbesuch bei Wieland

Auf Initiative von Pfarrer Andreas Schlechtweg (Hallstadt), der als Dekanatsbeauftragter den Kontakt zwischen Dekanat und kda pflegt, stellten sie aktuelle Schwerpunkte des kda vor. In seiner theologischen Einführung machte Johannes Rehm deutlich, dass von der evangelischen Sozialethik her die Bedeutsamkeit, aber auch die Begrenzung von Erwerbsarbeit geltend zu machen sei: "Es gehört zum Menschsein, zum menschlichen Leben und zur Lebenskunst einfach dazu zu arbeiten, aber Arbeit ist nicht das ganze Leben, sie ist nicht heilsvermittelnd oder heilsnotwendig." Diese Haltung gilt es zu bewähren in einer Zeit in der durch die Digitalisierung bisherige Begrenzungen von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsteam sich aufzulösen scheinen. Sozialsekretär Frank Meixner veranschaulichte in seinem Beitrag der Bamberger Pfarrerschaft den technologischen Umbruch, der sich derzeit in der Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben vollzieht in seinen Auswirkungen auf den Industriestandort Oberfranken.

Nachmittags fand ein gemeinsamer ausführlicher Betriebsbesuch der Firma Wieland statt, einem traditionsreichen Unternehmen der Elektrotechnik mit mehreren Standorten in Bamberg. Der Betriebsratsvorsitzende Uwe Schuhmann führte zusammen mit weiteren Kollegen die Pfarrerinnen und Pfarrer durch die Produktion. Neben der technischen Seite wurden auch die verschiedenen Arbeitsplätze vorgestellt und erläutert. An der anschließenden Diskussion nahm auch der Personalchef der Firma Herr Jung teil. Dabei zeigte sich eindrücklich das konstruktive Zusammenwirken von Betriebsrat und Geschäftsführung, was auch in der großen Zahl von Kandidaten für die aktuelle Betriebsratswahl seinen Niederschlag findet. Es wurde deutlich: Die Digitalisierung ist keine künftige Entwicklung, sondern bereits in vollem Gange und gestaltet die Arbeitswelt fortlaufend um. Der internationale Wettbewerb ist dabei eine tägliche Herausforderung, die bewältigt werden will. Insbesondere interessierten sich die Pfarrerinnen und Pfarrer für die intensiven Bemühungen der Firma zur Gewinnung geeigneter Fachkräfte, sowie für Aktivitäten älteren Mitarbeitenden die Wahrnehmung ihrer Berufstätigkeit bis zur Rente zu ermöglichen. Abschließend hob der Bamberger Dekan Hans-Martin Lechner die Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Arbeit 4:0 und den Dialog mit Unternehmensverantwortlichen in Begleitung des kda als wechselseitige Bereicherung dankend hervor.