Für Kirche begeistern: Ordination von Natalie Schreiber

Pfarrerin Natalie Schreiber
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"Meine Kirche ist besonders die, die dort ist, wo kein Kirchturm steht. Da, wo Menschen ganz alltäglich leben, lernen und arbeiten.“ Am 7. Januar 2021 ist Natalie Schreiber durch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und Dekan Hans-Martin Lechner zur Pfarrerin ordiniert worden. Sie möchte die evangelische Kirche mitgestalten und in die Zukunft begleiten.


Bereits ihr Vikariat war ein Novum in der Landeskirche: „Ich war schon Mutter, als ich nach meinem Theologie-Studium in Erlangen ins Vikariat starten sollte. Damals war das allerdings nur in Vollzeit möglich. Für mich kam das in einer Zeit, in der Eltern sich gleichberechtigt Familie und Beruf teilen wollen, nicht in Frage.“ Also engagierte sich Natalie Schreiber dafür, dass eine Variante in Teilzeit möglich gemacht wurde. „Tatsächlich ließ sich die bayerische Landeskirche mit mir auf diesen Versuch eines Teilzeit-Vikariats ein.“ Und augenscheinlich war das „Pilotprojekt Schreiber“ erfolgreich: Mittlerweile ist das Vikariat in Bayern in Teilzeit generell möglich.

Von Schuldienst bis APP-Entwicklung

Natalie Schreibers Einsatzorte während des Vikariats waren die Johannesgemeinde Hallstadt und verschiedene Schulen, an denen sie als Teil ihrer Ausbildung Religionsunterricht gab. Letzteres wird nun den Hauptteil ihrer Tätigkeit ausmachen. Als Schulpfarrerin am Gymnasium Höchstadt a.d. Aisch wird sie mit einem Umfang von 50 Prozent Dienst tun. Zudem hat sie einen ehrenamtlichen Dienstauftrag, der für das Dekanat Bamberg so noch nie ausformuliert wurde: Die frisch ordinierte Pfarrerin wird sich besonders in der „digitalen Verkündigung für die Stadtregion Bamberg“ einbringen. Bereits jetzt ist sie einer der Köpfe hinter dem „Schnipselgottesdienst“, der seit Corona in regelmäßigen Abständen online durch das Evang.-Luth. Dekanat Bamberg veröffentlicht wird. Eine weitere ihrer Ideen nimmt aktuell Gestalt an: eine App als „Kirche in der Hosentasche“, als gemeinsame Plattform aller evangelischen Gemeinden der Stadtregion Bamberg.

Kirche zukunftsfähig machen

„Für die Zukunft der Kirche ist es wichtig, eine Balance zu finden. Nämlich zwischen den Bedürfnissen jener Mitglieder, die Kraft aus der Gemeinschaft und den Angeboten der klassischen Gemeinden schöpfen, und denen, die ihren Glauben ganz anders leben“, meint Natalie Schreiber. Ihr Zukunftswunsch ist es, dass sich Pfarrerinnen und Pfarrer und andere kirchlich Tätige wie „das Salz der Erde“ überall verstreuen dürfen, auch fernab vom Schatten der Kirchtürme. Sie sieht daher den PUK-Prozess, in dem die Evang. Landeskirche in Bayern unter der Überschrift „Profil und Konzentration“ Kirche zukunftsfähig machen möchte, als Chance, „dass jeder Mensch, der haupt-, neben oder ehrenamtlich in der Kirche tätig ist, seine individuellen Gaben und Talente gezielt einsetzen kann und sich so an den unterschiedlichsten Lebensorten auch Räume eröffnen, in denen Platz für existenzielle Lebensfragen und kirchliche Themen ist.“ Natalie Schreiber sieht darin zudem eine Chance, mehr Menschen für den Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin bzw. für andere kirchliche Arbeitsfelder zu begeistern. Diesen Weg gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen und den Gemeindemitgliedern zu gehen, dafür begeistert sich Pfarrerin Natalie Schreiber.

Die Predigt von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner gibt es hier zum Nachlesen.