ENTFÄLLT- Das Wort in der Coronakrise

In allen Kirchengemeinden des Dekanats Bamberg entfallen Gottesdienste und Veranstaltungen bis 19. April.
Bildrechte: Dekanat Bamberg

Liebe Gemeindeglieder und Gäste im Bereich unseres Dekanatsbezirkes,
liebe Leserinnen und Leser,

wir leben in Zeiten, wie wir sie wohl alle so vorher nicht kannten. Die Coronakrise bestimmt unsere Gedanken und verändert das gesellschaftliche Leben. In den Nachrichten sehen wir schlimme Bilder der Überforderung aus Italien. Wir hören so viele Nachrichten, die Angst machen und das Fürchten lehren. – Wie wird es bei uns im Land weitergehen? Wie lange wird das alles dauern? Wie stark werde ich selbst davon betroffen sein?

Mir gehen schon seit einiger Zeit die Worte aus dem 2. Timotheusbrief 1,7  durch Gedanken und Sinn: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ – Ganz bestimmt: Die Furcht ist da. Viele Menschen und auch ich haben Angst – und doch war, ist und bleibt da ein Gott der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! – Ich spüre in diesen Tagen die Kraft des Gebetes besonders. Das Gebet bindet mich zurück an diese Kraft, beruhigt im besten Sinn und hilft mir, gerade jetzt den Blick für die Liebe in der Familie und zum Nächsten und zu mir selbst zu schärfen. Ich meine, so führt das Gebet in ein besonnenes Handeln gerade jetzt.

Dennoch haben die Kirchengemeinden aufgrund der aktuellen Situation und in der Verantwortung füreinander schweren Herzens alle Gottesdienste, Andachten und Veranstaltungen bis einschließlich 19. April 2020 abgesagt. Umso mehr verweisen wir in diesen Wochen auf die wirklich guten Angebote in Rundfunk, Fernsehen und im Internet: Zum Beispiel die Mediathek des BR: https://www.br.de/mediathek/rubriken/religion-orientierung; oder die Gottesdienste in ZDF und Deutschlandfunk: www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste, www.deutschlandfunk.de/kirchensendungen.915.de.html oder eine Zusammenstellung hier: https://www.evangelisch.de/inhalte/167178/14-03-2020/corona-wo-digitale…).

Unsere Kirchen sind selbstverständlich täglich zum persönlichen Gebet geöffnet und die Gebetsglocken aller Kirchen laden morgens, mittags und abends zum stillen Gebet und Innehalten zuhause oder am Arbeitsplatz ein. Wie auch sonst sind die Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Gemeinden für ein Gespräch über die Telefonnummern der Pfarrämter erreichbar. Haben Sie bitte keine Scheu anzurufen. Ich weise hier auf das tägliche Angebot zur Seelsorge von Pfarrer i. R. Wilfried Geyer hin, der auch Geistlicher Begleiter ist. Seine Adresse finden Sie auf dieser Seite unter „Projekte und Angebote“

Die Kirchengemeinden versuchen, das Gemeindeleben – soweit dies möglich ist – aufrecht zu erhalten. Wie das geschieht, erfahren Sie auf den jeweiligen Webseiten der Gemeinden, die Sie auch hier auf dieser Seite des Dekanats finden können. Ich bin beeindruckt von den vielen Gedanken und kreativen Ideen, die in dieser herausfordernden Zeit in den Gemeinden blühen. Dazu gehören die „HelferInnenbörsen“ die in vielen Bereichen eingerichtet werden. Für Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können oder dürfen, bestehen seitens vieler Kirchengemeinden Hilfsangebote zum Einkaufen, für kleinere Besorgungen und Botengänge. Wer dies in Anspruch nehmen möchte und auch Helferinnen und Helfer, die solche Dienste gerne übernehmen möchten, bitten wir, über die Telefonnummern der Pfarrämter Kontakt zu den Gemeinden aufzunehmen.
 
Gehen wir alle mit dem jetzt notwendigen Abstand und doch gemeinsam und im Gebet verbunden Schritt für Schritt besonnen und verantwortlich unseren Weg durch dieses „finstere Tal“. - Zusammen mit unserem Herrn Landesbischof bin ich gewiss: „Als Christen leben wir nicht aus der Angst, sondern aus dem Vertrauen. Bei allem, was jetzt an Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen ist, wissen wir: `Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.´ – Das ist die beste Voraussetzung, jetzt das Richtige zu tun, um Gefahren für die Zukunft zu vermeiden und gleichzeitig tief in der Seele zu spüren: Gott ist bei uns jeden Tag. Auf ihn vertrauen wir, egal, was kommt.“

Ich wünsche Ihnen den Schutz und Segen Gottes – seine Liebe und Kraft!

Ihr
Hans-Martin Lechner
Dekan