Kirchenasyl ist keine Straftat

Unter dieser Überschrift fanden sich über 200 Menschen auf der weitläufigen Kirchenwiese in Hallstadt ein, um ihrer Solidarität mit dem Pfarrersehepaar Wittmann-Schlechtweg und dem Hallstädter Kirchenvorstand auszudrücken. Das Pfarrer-Ehepaar muss sich am 26. August vor dem Bamberger Amtsgericht verantworten, dort wird ihnen „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt ohne erforderlichen Aufenthaltstitel“ zur Last gelegt. Hintergrund ist die Gewährung eines Kirchenasyl für eine iranische Frau im Jahr 2020.

Dekan Lechner stellte unmissverständlich fest: Kirchenasyl ist kein Verbrechen. Bruder Abraham von der Abtei Münsterschwarzach betonte, dass das Kirchenasyl dem Rechtsstaat in keinster Weise wiederspricht, sondern ganz im Gegenteil. Auch Mutter Mechthild von der Abtei Maria Frieden überbrachte ihre Solidaritätsgrüße. Sie selbst dankte dem Ehepaar Schlechtweg für deren Solidarität  vor einem Jahr in ihrem Fall. Auch sie befindet sich im Moment in einem rechtliche Verfahren aufgrund eines gewährden Kirchenasyls. Diakon Thomas Schmidt als zuständiger für Asylfragen in der evang.-luth. Kirche in Bayern zeigte auf, wie viele Menschen überhaupt auf der Flucht sind und was dies für diese Menschen bedeutet. Die Vertreter der ACK Bamberg überreichten ebenfalls eine schriftliche Solidaritätsadresse an Susanne Wittmann-Schlechtweg und Andreas Schlechtweg. Der fränkische Liedermacher Wolfgang Buck bereicherte die Mahnwache, die wie immer vom Bamberger Mahnwachenteam für Asyl veranstaltet wurde, mit passenden Liedern.