Kirchenschätze inventarisiert: Präsentation in Steppach

Übergabe Inventarisierung
Bildrechte: Mirjam Elsel

Ganz oben über dem Kanzelaltar der evangelischen St. Erhard Kirche in Steppach ist das Prunkwappen des Markgrafen Friedrich von Bayreuth angebracht. Eines der typischen Kennzeichen für Markgrafenkirchen. Insgesamt 95 evangelische Markgrafenkirchen und besondere Barockkirchen in Oberfranken wurden in einem aufwendigen dreijährigen Projekt inventarisiert.

Am Dienstag wurden die Inventarbände für Bamberg Land und Coburg in Anwesenheit von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz feierlich übergeben. Die Regierungspräsidentin betonte in ihrem Grußwort die kulturelle Bedeutung dieser besonderen Kirchenschätze für die Region. „Mit der Inventarisierung ist es gelungen, diese auch für kommende Generationen zu dokumentieren.“ Nachdem Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, der dieses Projekt ein Herzensanliegen war, kurzfristig erkrankt war, gestaltete stellvertretend ihre Referentin Kirchenrätin Susanne Sahlmann den Festakt. Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchengemeinden und Kommunen aus Aschbach, Pommersfelden, Steppach, Trablesdorf und Gleisenau (Dekanatsbezirk Bamberg) und den beiden Coburger evangelischen Kirchen nahmen die handgebundenen Inventarverzeichnisse für ihre Kirchen entgegen.

95 Markgrafenkirchen dokumentiert

Die Kunsthistorikerin Dagmar Thomann M.A. stellte in ihrem Vortrag regionale Ergebnisse des einzigartigen Projektes unter dem Titel "Die Markgrafenkirchen und die Kirchen in Bamberg und Coburg" vor. Alle festen und beweglichen Gegenstände dieser 95 Markgrafenkirchen wurden vermessen und dokumentiert: Kirchenraum und Ausstattung, Kanzel und Altar, Altargerät, Bilder und Figuren – Historisches ebenso wie neue Anschaffungen.

Seit 2018 inventarisierte ein erfahrenes Team von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern unter der fachlichen Leitung von Kirchenrat Helmut Braun, dem Leiter des Referats für Kunst und Inventarisation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, 95 Markgrafenkirchen und barocke Kirchen im Markgrafenstil.

Auch gab das lnventarisierungsteam Ratschläge zu Gebrauch, Erhalt und falls nötig Restauration der Kunstschätze. Neben der Landeskirche unterstützte vor allem der Kulturfonds Bayern und die Oberfrankenstiftung dieses große Projekt.

Geschichte der Steppacher Kirche St. Erhard

Pfarrer Andreas Steinbauer führte in die Geschichte und die Ausstattung der 2018 aufwendig renovierten Steppacher Kirche St. Erhard ein. Deutlich zu spüren war die Verbundenheit und Bedeutung, die diese Kirche für die Steppacher bis heute hat. Die Wandfresken von Rudolf Schäfer, die die gesamte Altarwand in ein heilsgeschichtliches Wimmelbild verwandeln, lassen so manche lange Predigt kurzweilig werden. Dem Aufruf den Fehler des Restaurators zu finden und ein Glas selbstgeimkerten Pfarrgartenhonig zu gewinnen folgten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher nur allzugerne.

Regionalbischöfin Dorothea Greiner hob in ihrem Grußwort hervor: „Die Inventarisierung der Kirchen macht bewusst, welche Schätze die Kommunen und Kirchengemeinden in ihrer Mitte haben. Wichtig ist, dass sie gezeigt werden: Schulkindern, Touristen und auch den ganz normalen Gemeindegliedern. Die Kunst in Kirchen ist kostbar. Aber sie wird nicht wie im Museum konserviert, sondern sie ist im Gebrauch, macht Freude und erzählt vom Glauben.“ Sie ergänzt: „Mit der Inventarisierung ist zudem eine wichtige Vorarbeit geleistet worden für die weitere wissenschaftliche Erschließung der protestantischen Barockkirchen in Oberfranken.“