Im Januar und Februar 2025 fand in Bamberg erstmals eine Kinoreihe der Stelle für Kunst & Kultur in der Evangelischen Stadtregion Bamberg in Kooperation mit der VHS Bamberg Stadt, dem Odeon-/Lichtspielkino Bamberg, der Dietrich-Bonhoeffer-Forschungsstelle für Öffentliche Theologie, den beiden Hochschulgemeinden (heute Ökumenische Hochschulgemeinde) und dem Verein der Lichtspielfreunde e.V. statt. An fünf Abenden konnte man sich dem Thema Künstliche Intelligenz über das Medium Film nähern.
Kinoreihe 2026
Vom 07. Januar bis 04. Februar 2026, jeweils mittwochs, wird es im Rahmen der Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche in Bamberg, dem Odeon-/Lichtspielkino, der VHS Bamberg Stadt, der Ökumenischen Hochschulgemeinde (ÖHG) und dem Verein der Lichtspielfreunde e.V. erneut eine Kinoreihe zu einem gesellschaftlichen Thema geben: Begegnung mit dem Fremden.
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Bamberg.
Kinoreihe: Begegnung mit dem Fremden
Die Reihe beginnt mit einem Einführungsabend in der VHS Bamberg Stadt, der von Dr. Sahar Daryab (Universität Bamberg) und Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider (Stephanskirche) begleitet wird.
In den folgenden Wochen werden im Lichtspielkino Bamberg vier Filme präsentiert, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Fremdheitserfahrungen beschäftigen: vom kritischen Blick auf den Kolonialismus („Lawrence von Arabien“) über die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen („Die letzte Flut“) und inneren Wirklichkeiten („Stalker“) bis hin zu menschlichen Schicksalen („Der Elefantenmensch“).
An den Abenden der Filmvorführungen werden wie gehabt jeweils eine Einführung und ein Publikumsgespräch im gemütlichen Rahmen angeboten. Die Einführungen und die Gesprächsleitung an den Kinoabenden übernimmt Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider, Beauftragter der Evangelischen Kirche für den Bereich Kunst und Kultur in der Stadt Bamberg.
Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen siehe unten.
[Bildrechte oben: v.l.o. Allstar/Horizon, Australian Film Commission, v.l.u. Mosfilm, Brooksfilms]
Folgende Veranstaltungen finden im Rahmen der Kinoreihe statt:
7. Januar 2026: Einführungsabend zur Kinoreihe
Begegnung mit dem Fremden – Geschichte, Filmgeschichte, Beispiele
Einführungsabend in der VHS Bamberg Stadt (Tränkgasse 4) um 18.30 Uhr
Vortrag und Publikumsgespräch
Pfr. Dr. Schneider / Dr. Sahar Daryab, Universität Bamberg
Eine Einführung in verschiedene Aspekte und Bezüge des Themas sowie in die Filme, die die gesellschaftlichen und historischen Veränderungsprozesse widerspiegeln.
Der Eintritt zum Einführunsabend ist frei.
14. Januar 2026: Lawrence von Arabien
England 1962; Regie: David Lean; mit Peter O’Toole, Anthony Quinn, Omar Sharif und anderen
Ein bildgewaltiges, in vieler Hinsicht großes und für seine Zeit bereits kritisches Panorama des britischen Kolonialismus – am Beispiel des Nahen Ostens im Ersten Weltkrieg; und die Geschichte des Offiziers Thomas E. Lawrence, der sich in die Kultur arabischer Beduinengruppen einlebt mit dem Ziel, ihnen zu Freiheit und Selbstbestimmung zu verhelfen. Diese kulturelle Begegnung führt ihn zu verschiedenen, auch negativen Erkenntnissen über sich selbst. Und sie entwickelt sich nach anfänglich großen Erfolgen letztlich zu einer Geschichte des Scheiterns des Einzelnen im Angesicht geschichtlicher Machtverhältnisse.
um 18 Uhr im Lichtspielkino Bamberg
Mit einer Einführung von Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider und anschließender Möglichkeit zum Filmgespräch.
Der Eintritt kostet 9,50 € bzw. 8,50 € mit Ermäßigung.
21. Januar 2026: Die letzte Flut (The Last Wave)
Australien 1977; Regie: Peter Weir; mit Richard Chamberlain, David Gulpilil und anderen
Ein früher Film des australischen Regisseurs Peter Weir, der später in Hollywood mit Filmen wie „Der Club der toten Dichter“ oder „Die Truman Show“ Geschichte schrieb.
Ein Rechtsanwalt in Sydney wird mit den – weißen Australiern weitgehend unbekannten – Traditionen der Aborigines konfrontiert. Ihre Prophezeiungen und ihre Sicht auf menschliche Träume führen nach und nach dazu, dass er nicht nur sein rationales Weltbild, sondern auch seine eigenen Träume und schließlich seine eigene Existenz zu hinterfragen beginnt – im Kontext einer Serie von ungewöhnlich starken Regenfällen und des Gefühls einer nahenden Apokalypse.
Peter Weirs Geschichte erzeugt eine unvergessliche traumartige Atmosphäre, die die Reise des Protagonisten in sein eigenes Inneres begleitet.
um 18 Uhr im Lichtspielkino Bamberg
Mit einer Einführung von Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider und anschließender Möglichkeit zum Filmgespräch.
Der Eintritt kostet 8,50 € bzw. 7,50 € mit Ermäßigung.
28. Januar 2026: Stalker
UdSSR 1979; Regie: Andrej Tarkowskij; mit Anatoli Solonizyn, Nikolai Grinko und anderen
Ein Film wie aus einer anderen Welt: Tarkowskijs völlig eigenständige Ästhetik und seine Ausnahmefähigkeiten, die ihn in den 1960er und -70er Jahren zum bedeutendsten damals lebenden Regisseur machten, finden hier einen ihrer Höhepunkte.
Auf unerklärliche Weise ist irgendwo auf der Welt eine „Zone“ entstanden, in der es ein Zimmer geben soll, dass denen, die es betreten, ihre innersten Wünsche erfüllt. Eine Reise in die Zone ist allerdings eine Reise an einen Ort, der die Maßstäbe des Menschen übersteigt. Daher ist ihr Betreten verboten worden. Ein Professor und ein Schriftsteller machen sind dennoch auf, um mit Hilfe eines Führers, des „Stalker“, das Zimmer zu erreichen. Die Begegnung mit dem fremdartigen Verhalten, mit dem die „Zone“ auf ihr typisch menschliches, oft aber wenig konstruktives Handeln reagiert, lässt es im Lauf ihrer Reise immer fraglicher werden, welches Ergebnis sie schließlich erzielen werden.
„Stalker“ ist der wohl der bedeutendste Film, der je über die Begegnung mit einer „anderen Wirklichkeit“ gedreht worden ist. Er entwickelt eine metaphysische Atmosphäre, ohne direkt auf Religion Bezug zu nehmen.
um 18 Uhr im (Achtung!) Odeon Bamberg
Mit einer Einführung von Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider und anschließender Möglichkeit zum Filmgespräch.
Der Eintritt kostet 9,50 € bzw. 8,50 € mit Ermäßigung.
4. Februar 2026: Der Elefantenmensch
USA 1980; Regie: David Lynch; mit John Hurt, Anthony Hopkins, Anne Bancroft und anderen
David Lynchs zweiter Film – und einer seiner besten.
In den 1880er Jahren wird der von einer seltenen Krankheit entstellte John Merrick als Attraktion auf Jahrmärkten herumgezeigt. Man sieht ihn als eine Art Tier an. Als ein Arzt beginnt, sich für ihn zu interessieren, stellt sich nach einigen Umwegen und Widerständen heraus, dass sich unter John Merricks grotesk wirkender Oberfläche eine schöne und gute menschliche Seele verbirgt, die durchaus ihren Platz in der Gesellschaft finden könnte – wenn man sie ließe.
Lynchs Film über das Schicksal des so genannten „Elefantenmenschen“ Merrick, der auf eine wahre Geschichte zurückgeht, lässt niemanden unberührt. Selten oder niemals sonst ist die Darstellung des Verhältnisses von Fremdartigem und dem Eigenen emotional so überzeugend gelungen wie hier.
um 18 Uhr im Lichtspielkino Bamberg
Mit einer Einführung von Pfarrer Dr. Hans-Helmuth Schneider und anschließender Möglichkeit zum Filmgespräch.
Der Eintritt kostet 8,50 € bzw. 7,50 € mit Ermäßigung.
