Ein herzliches "Grüß Gott" im Dekanat Bamberg

Hans-Martin Lechner
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Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich könnte 2024 ein Jahr der Liebe und des Friedens sein. Die Losung für dieses Jahr aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus, Kapitel 16, Vers 14, erinnert uns jedenfalls daran und motiviert uns zugleich, die Augen dafür offen zu halten. „Alles geschehe bei euch in Liebe“ heißt es da. Es geht dabei um ein Geschehen, in dem Empfangen und Geben, Erleben und Tun zusammengedacht werden.

Nur wer Liebe empfängt, wird auch Liebe weitergeben können. Das wissen wir aus unserem menschlichen Miteinander. Und das Schöne ist, dass Gott uns Menschen immer schon zuerst liebt, dass da eine unendliche Fülle an Liebe ist, aus der wir immer neu schöpfen können. Jeder Mensch ist geliebtes, mündiges Kind Gottes, Schwester und Bruder Jesu Christi. Das müssen wir uns immer neu sagen lassen und uns für uns selbst und für alle Menschen bewusst machen.

Ich meine, so entsteht eine ganz grundlegende Haltung der Wertschätzung und des Respektes, der Toleranz, der Versöhnung und echter Menschlichkeit aus der Menschenfreundlichkeit Gottes heraus, Frieden und Liebe.

Ich selbst verabschiede mich hier von Ihnen und trete demnächst meinen Ruhestand an. Umso mehr
wünsche ich Ihnen und uns allen eine gesegnete Zeit voller Erfahrung der Liebe, des Vertrauens und der Zuversicht in der Gemeinschaft der Menschen und somit in der Nähe und Gegenwart Gottes.
Schalom – der Friede des Herrn sei mit Ihnen und mit uns allen!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Hans-Martin Lechner
Dekan

 

 

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Friedensglocke_Ukraine
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Interreligiöses Friedensgebet in Selters 6
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Am 24. Februar finden folgende Friedensgebete im Dekanatsbezirk Bamberg im Rahmen des Aufrufs zum Friedensgebet Ukraine 2024 statt.

  • 24.02.2024 um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet in der Johanneskirche in Hallstadt

 

  • Ökumenisches Gebet für den Frieden am 23.2.2024, 18 Uhr in der Ukrainisch-griechisch-katholische Personalpfarrei St. Nikolaus, Andreas Hofer Str. 21, Veranstalter: St. Josef-Gaustadt (röm.-kath.), St. Matthäus (ev.), Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde, Ukrainisch-griech.-kath. Personalpfarrei St. Nikolaus

Am Vorabend des 2. Jahrestags des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine laden die Gaustadter Kirchengemeinden gemeinsam zum Gebet für den Frieden ein. Mit dem Kreuzweg Jesu verbindet sich das Leiden und Hoffen unserer ukrainischen Geschwister, deren Zeugnisse wir hören und mit denen wir gemeinsam für Frieden beten.

Reihe jüdisches Leben
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2. Abend Jüdisches Leben in Bamberg
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Wir laden Sie herzlich ein zum 2. Abend der Reihe jüdisches Leben in Bamberg. Der Abend steht unter dem Thema: Jugend auf der Suche
22. Februar 2024 um 19 Uhr im Stephanshof, Stephansplatz 5, Bamberg

Ein Vortrag von Maria Becker

Großwerden und leben in sicheren Bahnen, in stabilen Verhältnissen: Das ist es, was sich jungen Menschen wünschen und was sie brauchen. Was aber ist, wenn sich nach und nach die vertrauten Gegebenheiten zum Negativen verändern, sich überall Sackgassen auftun?
So oder ähnlich muss es den jungen Jüdinnen und Juden Ende der Zwanziger und Anfang der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts gegangen sein. Ihre scheinbar sichere Welt geriet (komplett) aus den Fugen, selbstverständliche Dinge waren nicht mehr erlaubt: Freunde und Schulkameraden_innen zogen sich zurück und grenzten sie aus. Wie damit umgehen, wie es deuten? Diese Frage wurde in vielen Fällen mit einer tatkräftigen Suche nach neuen Wegen und dem Beschreiten eben solcher beantwortet. Taten sie es nicht, führte ihr Weg sie zwangsläufig in die Vernichtungsmühlen der Nationalsozialisten.
Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Leben junger Jüdinnen und Juden aus dieser Zeit,. Er wirft einen Spot auf jüdische Kinder und Jugendliche in Bamberg (und anderswo) die versuchen, ihr Leben zu gestalten und sich Perspektiven für ihre (eine) bessere Zukunft aufzubauen. Eine Generation, die wahrlich zu mutigen Entscheidungen und Handlungen getrieben wurde. Ihnen zollen wir mit diesem Vortrag nachträglich unseren Respekt.

Dekan Hans-Martin Lechner
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Verabschiedungsgottesdienst
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Mit Dekan Hans-Martin Lechner geht ein  geachteter, aber auch beliebter Geistlicher und Vorgesetzter in den Ruhestand, ein Großer, wie viele Besucher beim Abschiedsabend sagten.

Die Kirche St. Stephan in Bamberg war bis auf den letzten Platz besetzt, als in einem langen Zug evangelische Geistliche einzogen, aber natürlich auch viele Mitarbeiter des Dekans und der Pfarrei, dabei auch Lechners Frau Karin und die drei Töchter.

Dem Dekan gaben von katholischer Seite Erzbischof em. Ludwig Schick, Dekan Roland Huth, Seelsorgebereichsleiter Bamberger Westen Pfarrer Helmut Hetzel, Monsignore Josef Zerndl, Dompfarrer Markus Kohmann und Pastoralreferent Hubertus Lieberth die Ehre.

Oberbürgermeister Andreas Starke, Bürgermeister Jonas Glüsenkamp und Wolfgang Metzner, Landrat Johann Kalb, Oberfrankens Regierungsvizepräsident Thomas Engel, MdB Andreas Schwarz, MdL Melanie Huml und MdL Ursula Sowa, Stadt- und Kreisräte, Vertreter der Justiz und der Polizei und weiterer Organisationen zollten durch ihre Anwesenheit dem scheidenden Dekan ihren Respekt und Dank für die gute Zusammenarbeit. Sie alle, aber auch die vielen Gäste aus Lechners früheren Wirkungsstätten München-Ottobrunn, Gunzenhausen und Bad Berneck begrüßte Pfarrer Walter Neunhoeffer herzlich.

In seiner fulminanten Abschiedspredigt ging Dekan Lechner auf das Predigtwort des Sonntags ein: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht für alle, die glauben.“ Von dieser Botschaft ausgehend ging der Prediger über zur Aktualität in Gesellschaft und Politik, lobte das demokratische Denken, Reden und Handeln. Er begründete dies auch mit den Worten: „Im anderen begegnet uns immer auch Gott.“ Lechner forderte so auch das ökumenische Gespräch genauso wie den interreligiösen Dialog. Im Bezug auf den zunehmenden Antisemitismus stellte er klar: „Jesus war Jude.“ Im Schluss zitierte er noch den 85. Psalm: „Gerechtigkeit und Friede küssen sich.“ Für diese beiden wolle er sich auch in Zukunft, aber auf neue und andere Weise einsetzen.

Regionalbischöfin Dorothea Greiner würdigte in ihrer Ansprache ausführlich das Leben Lechners. Der FT hat in seiner Samstagausgabe berichtet. Mit Freude hörten es hier in der Kirche die Besucher aus München, Gunzenhausen und Bad Berneck, früheren Stationen des Dekans. Sie dankte auch seiner Frau Karin und den Töchtern Julia, Theresa und Mirjam. Erwähnenswert war für die Bischöfin auch Lechners gutes Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie seine Offenheit für alle Menschen, auch die im Ankerzentrum und aus anderen Religionen.

Nach der Entpflichtung mit Übergabe des Amtskreuzes segnete Bischöfin Greiner mit Handauflegung den Dekan und seine Familie.

Der Dekanatsposaunenchor unter der Leitung von Norbert Stumpf, der Kantoreichor, dirigiert von Elisa Krüger und Dekanatskantorin Markéta Schley Reindlová an der Orgel umrahmten musikalisch glänzend den Festakt.

Ein Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst im Stephanshof sprach Erzbischof em. Ludwig Schick. „ Ich danke Dir für die Ökumene des Vertrauens und der Vertrautheit in der Kirche Jesu Christi, von der es nur eine gibt.“ Der Erzbischof zählte dann zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen und Begegnungen auf. Für die neue Lebensphase – Schick mag nicht die Begriffe Ruhestand oder noch schlimmer Unruhestand – wünschte er dem Dekan em. vor allem Gesundheit, Freude mit der Familie und den weiteren Tätigkeiten und überreichte ihm als Dank für seine Verdienste für das Erzbistum Bamberg die Medaille der Heiligen Kunigunde, Heinrich und Otto.   

Weitere Grußworte sprachen Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke, Landrat Johann Kalb, Rabbinerin Antje Yael Deusel, der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Mehmet Cetindere, für die Bahai-Gemeinde Birgit Asbeck und viele weitere.

 In humorvollen Worten dankte Hans-Martin Lechner zum Schluss allen  und lud zu Gesprächen und weiteren nun außerdienstlichen Begegnungen mit ihm ein.                   

 

Autor: Joseph Beck

Segen

Erich Kästner sagte einmal: Die Ereignisse von 1933-1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen.
In diesem Sinne sind wir der Meinung, dass die Stimme der evangelischen Kirche im Dekanatsbezirk Bamberg laut werden muss gegen die rechtsextremistischen und menschenverachtenden Aussagen der AFD in unserem Land.
Begriffe wie Remigration, Völkisch, Überfremdung sind für uns nicht mit dem Evangelium vereinbar. Der durch Mitglieder der AfD angeheizte Hass und die Verbreitung von Verschwörungstheorien spalten unsere Gesellschaft. Dies ist für Christinnen und Christen, die aus der Liebe Gottes zu allen Menschen leben, nicht tolerierbar.
Wir betrachten es nicht als Aufgabe unserer Kirche, Parteipolitik zu machen oder zu bewerten. Doch es geht nicht nur um eine Partei, sondern um eine Gruppe, die die Werte der Demokratie und der Menschenwürde missachtet. Dies ist nicht mit der christlichen Botschaft zu vereinbaren.
Wir setzen uns daher für ein menschenfreundliches und solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft ein. Wir rufen alle Menschen auf, sich für Demokratie und ein achtsames und friedliches Miteinander starkzumachen.

Bamberg, 18.01.2024

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