Berliner Symphoniker

Konzerthalle, Hegelsaal am 5.Februar um 17 Uhr - Eintritt ist frei

Mitwirkende:

Lebensmelodien
Bildrechte beim Autor

Christophe Horak, Violine
Oscar Bohórquez, Violine

Francesca Zappa, Viola
Claudio Bohórquez, Cello
Nur Ben Shalom, Klarinette und Künstlerischer Leiter
Michael Cohen-Weissert, Klavier und Bearbeitung
Schauspieler Gunter Schoß zeigt die Lebenskontexte der Personen auf, die diese Melodien in der Zeit von 1933 bis 1945 komponiert und musiziert haben.

 

 


„Lebensmelodien“ – in den unmenschlichsten Situationen der Verfolgung und Ermordung, zwischen Leben
und Tod, sind diese Melodien entstanden. Die Musik hat geholfen, in den Ghettos und Lagern zu überleben –
oder auch von dieser Welt Abschied zu nehmen. Hinter den Lebensmelodien, die im Zeitraum 1933–1945
komponiert oder gesungen, gespielt und manchmal auch aufgeschrieben wurden, verbergen sich die
Lebensgeschichten jüdischer Schicksale.Seit 2022 führt das Team der Lebensmelodien neben Konzerten
auch Workshops an Schulen durch. Durch die Konzerte und das Bildungsprojekt vermitteln die
Lebensmelodien einen Einblick in die jüdische Kultur und tragen zu einer aktiven Erinnerungskultur in
Deutschland und zum Kampf gegen Antisemitismus bei.
„Im Vordergrund des Projekts steht die Bewahrung von Erinnerungen durch Musik und die
Herstellung einer lebendigen Erinnerung,“ erklärt der künstlerische Leiter des Projekts, Nur Ben
Shalom. Das Projekt wird vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Felix Klein,
gefördert. So konnte dieses besondere Erbe in den vergangenen zwei Jahren deutschlandweit in
Konzerthäusern und an öffentlichen Orten hörbar gemacht werden. Es ermöglichte interreligiöse
Kooperationen mit Synagogen, Kirchen und muslimischen Zentren.
Die Lebensmelodien erklangen in verschiedenen Radio- und Fernseh-Produktionen, zum Beispiel in
Kooperation mit dem rbb. Auch in den nächsten Jahren sind weitere Konzerte geplant, wie
beispielsweise im Düsseldorfer Schumann-Saal, im Gewandhaus in Leipzig, sowie in Hannover, Trier,
Bamberg, und Berlin. Die Konzerte und Workshops werden von Musiker*innen des Nimrod
Ensembles und weiteren hochqualifizierten Künstler*innen um das begleitet und durchgeführt.
Seit 2022 gehört zu dem Lebensmelodien-Projekt auch das Bildungsprogramm an Schulen, welches
durch die Friede Springer Stiftung gefördert wird. Die Lebensmelodien arbeiten mit Schulen, zum
Beispiel mit Gymnasien oder Musik- und Ballettschulen zusammen. In Workshops lernen die
Teilnehmenden die Melodien sowie die Schicksale der Personen hinter den Melodien besser kennen.
Am Ende der Workshops führen die Schüler*innen die Lebensmelodien in Konzerten auf. Durch
seinen musikalischen Ansatz bietet das Projekt eine wertvolle Ergänzung zum Unterrichtsstoff über
den Holocaust. Es ermöglicht den Schüler*innen, Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements im
wichtigen Kampf gegen Antisemitismus zu werden. Aber auch darüber hinaus vermitteln die
Lebensmelodien wichtige Themen und Werte. Der Superintendent des Kirchenkreises Tempelhof-
Schöneberg und Mitgründer der Lebensmelodien, Michael Raddatz, erklärt: “Freundschaft, Mut,
Würde, Widerstand, sie sind in den Lebensmelodien bewahrt.”
Die Verbindung von Konzerten und der Bildungsinitiative ermöglicht eine einzigartige Form des
Erinnerns und des Mitfühlens mit jüdischen Schicksalen. Der Antisemitismusbeauftragte der
Bundesregierung, Dr. Felix Klein, sagt über die Lebensmelodien: “Die Musik spricht nicht nur Jüdinnen
und Juden an, sie bewegt uns alle.” Gemeinsam werden die jüdischen Melodien zum Leben erweckt
und das Erbe der jüdischen Kultur in der deutschen Erinnerungskultur fortgetragen.