Dekanatskarte mit eingezeichneten bleibenden Gebäuden
Bildrechte A.Hofmann

Was abzusehen ist: Die Zahl der Mitglieder sinkt weiter bis 2035 um 40%  – entsprechend auch die Finanzkraft der Dekanate und Gemeinden. In Zukunft werden die verfügbaren Mittel nicht mehr ausreichen, um alle kirchlichen Gebäude zu halten. Im dekanatsweiten Durchschnitt können langfristig (über 2035 hinaus) noch 50% der Pfarrdienstwohnung, Pfarrämter, Gemeindehäuser und Kirchen mit Hilfe von Kirchensteuermitteln und landeskirchlichen Zuweisungen unterhalten werden. Eine Konzentration auf ausgewählte Gebäude ist unumgänglich. 
In dem Wort regionale Gebäudebedarfsplanung stecken schon zwei wichtige Informationen: Es gilt herauszufinden, welche Gebäude in Zukunft für gemeindliches Leben in der Region gebraucht werden. Die Bezugsgröße ist dabei nicht die Gemeinde, sondern die Region, in der Gemeinden schon zusammenarbeiten und voneinander profitieren. 
Im Dekanatsbezirk Bamberg handelt es sich um die Region Süd mit den Pfarreien Hirschaid-Buttenheim, Lonnerstadt, Höchstadt a.d.Aisch, Mühlhausen-Weingartsgreuth, Steppach-Limbach-Pommersfelden. Die Region West mit den Pfarreien Aschbach-Großbirkach und Walsdorf-Trabelsdorf. Und die Region Stadt mit den Kirchengemeinden Gleisenau, Hallstadt, Auferstehungskirche, Memmelsdorf-Lichteneiche, Matthäus, Erlöser, und Stephan.
Die Aufgabe: Die Dekanate waren beauftragt bis zum Ende 2026 oben genannte Gebäude zu bewerten, den Bedarf festzulegen und in Kategorien einzuteilen. Dabei dürfen in die Kategorie A bis zu 50% der vorhandenen Immobilien. 
Diese Gebäude sollen langfristig erhalten bleiben über das Jahr 2035 hinaus. Für ihren Unterhalt stellt die Landeskirche weiterhin 25% Kirchensteuermittel zur Verfügung. Gleichzeitig müssen die Kirchen-gemeinden Rücklagen für den langfristigen Erhalt bilden (1 Euro pro Bruttogeschossfläche). Die Gebäude müssen mit klimaneutralem Strom und klimaneutraler Heizung ausgestattet sein. 
Die übrigen Gebäude (B- und C-Gebäude) sollen bis 2035 verändert (transformiert) werden.
Das kann bedeuten, dass sich Partner finden, die das Gebäude nutzen und betreiben, dass ein Gebäude über Vermietung in eine Ertragsimmobilie umgewandelt wird, dass die Immobilie verkauft oder aufgegeben werden muss. Gebäude, die bereits heute kaum noch genutzt werden oder wegen ihres baulichen Zustands nicht genutzt werden können, sollen zeitnah aufgegeben werden. 
Wie wurde im Dekanat Bamberg vorgegangen?

einen Dekanatskarte mit den bisherigen Gebäuden
Bildrechte A. Hofmann


Der Dekanatsausschuss hat den Auftrag der Landeskirche im Mai 2025 aufgenommen und die Regionen in die Überlegungen einbezogen.
Dafür wurden im Frühjahr 2025 regionale Arbeitsgruppen gebildet. Sie haben daran gearbeitet, welche Gebäude in den jeweiligen Regionen künftig gebraucht werden. Dem Dekanatsausschuss war es wichtig, die Erfahrungen und die Kenntnisse der Menschen vor Ort zu berücksichtigen. Das Ergebnis wurde in mehreren Schritten erarbeitet, beraten und weiterentwickelt. Die endgültige Entscheidung lag beim Dekanatsausschuss, dem Leitungsorgan des Dekanats.
Im April 2026 hat der Dekanatsausschuss schließlich ein Gesamtkonzept beschlossen und zur Genehmigung bei der Landeskirche eingereicht. Der Festsetzungsbescheid kam im Juni.

Was bleibt?
Unsere Gebäude sind wertvolle Orte. Sie geben unserem Glauben und unserer Gemeinschaft Raum. Sie sind sichtbar und stiften Identität. Gleichzeitig machen wir jetzt schon die Erfahrung, dass sich auch in Gebäuden, die nicht der evangelischen Kirche gehören, Gottesdienste feiern lassen und Nachbargemeinden durch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden zusammenwachsen. 
Es bleibt die Aufgabe, Gebäude, die wir erhalten wollen auch zu finanzieren und solche, die wir verändern müssen, verantwortlich zu verändern. Dafür braucht es gute Idee. Keines unserer Gebäude soll einfach aufgegeben oder „verramscht“ werden. Gerade beginnen in den Regionen und Kirchengemeinden Beratungsprozesse und Überlegungen, wie das Gebäudekonzept umgesetzt werden kann. Es wird hier sicherlich keine schnelle Lösungen geben und an manchen Stellen auch keine einfachen.
Bei allen Veränderungen ist uns eines besonders wichtig: Kirche lebt vor allem durch Menschen. Sie lebt dort, wo Menschen miteinander Gottesdienst feiern, füreinander da sind, gemeinsam beten, singen, lachen und weinen. Sie lebt in der Begegnung und im Vertrauen auf Gott. Denn „Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ 1. Korinther 3, 11 Wir wollen deshalb alles daransetzen, dass trotz der Veränderungen weiterhin Gemeindeleben möglich bleibt. Dazu sind wir alle gefragt und aufgefordert uns zu beteiligen.
Von ganzen Herzen danke ich allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die sich an der Entwicklung des Gebäudekonzeptes beteiligt haben. Ich danke für Ihr Engagement, Ihre Zeit und vor allem für die konstruktive Zusammenarbeit. Der Dekanatsausschuss weiß das sehr zu schätzen und wird den Prozess des Umbaus weiter unterstützen und begleiten.
Ihre
Sabine Hirschmann für den DA