gefüllte Kirche am Reformationsfest in der Erlöserkirche
Bildrechte J. Beck

Der Dekanatsgottesdienst zum Reformationsfest in der Erlöserkirche stand dieses Jahr unter dem Motto: „Deutsche Messe 2.0“. Chöre, Bläser und Streicher brachten kirchenmusikalische Musik herausragend zu Gehör. Mit Erzbischof Herwig Gössl, der nach eigenen Angaben das erste Mal teilnahm, Dekan Markus Kohmann, Domkapitular Josef Zerndl und Pastoralreferent Hubertus Lieberth war die römisch-katholische Kirche stark vertreten. Auch Antje Yael Deusel, Rabbinerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Mischkan ha-Tfila in Bamberg und „Geschwister aus der interreligiösen Ökumene“ waren unter den Besuchern.

Der Dekanatsposaunenchor, Leitung Norbert Stumpf, der Erlöserchor, Kantorei St. Stepan sowie Sängerinnen und Sängern aus Walsdorf, Memmelsdorf-Lichteneiche und Aschbach und das Streichquartett spielten und sangen meisterlich unter der Gesamtleitung von Dekanatskantorin Markéta Schley Reindlovà und Dekanatskantor Michael Goos unter anderem das Kyrie und Gloria aus der „Messe 2012“ von Michael Schütz und von Franz Schubert aus der „Deutschen Messe“ 1826 das „Heilig“ und „Wohin soll ich mich wenden“. Die musikalische Brücke zwischen den Konfessionen und alten und neueren Kompositionen war geglückt.

Dekanin Sabine Hirschmann begrüßte herzlich viele Gläubige und Gäste ohne einzelne Namen zu nennen. Sie erläuterte dann, dass für Luther Gottesdienst ein Kommunikationsgeschenk zwischen Gott und den Menschen war. Die „Deutsche Messe“ ging 1526 in Druck und deshalb ist dieses Jahr das Motto „Deutsche Messe 2.0“.

Viel Gesang und Predigt auf deutsch“

Darauf ging auch Stefan Gehrig, Leiter des Gottesdienstlichen Instituts Nürnberg in seiner Predigt ein. Die Predigt sollte laut Luther der einzige Teil der Deutchen Messe sein, der nicht gesungen werden sollte, sondern gesprochen, erläuterte er. Wir feiern aber heute anders als damals, da sich vieles in den 500 Jahren verändert habe. Die Frage aber lautet: „Wie bringen wir die Grundanliegen von damals in unsere heutigen Gottesdienste ein“, fragte der Prediger und verwies auf den Reformator, der in seiner Vorrede schrieb, dass man diese Ordnung im Gottesdienst ja zu keinem notwendigen Gesetz machen solle. Sie sei nur Mittel zum Zweck zur richtigen Feier.

Erzbischof Herwig Gössl war zum ersten Mal im Bamberger Reformationsgottesdienst

Stefan Gehrig begrüßte zwischendurch in einem Exkurs bei der Form Predigt 2.0 auch Erzbischof Herwig Gössl, der hinten mitten unter den Gläubigen saß, und erzählte, dass sie sich kennen von gemeinsamen Schweigekurs-Stilleexerzitien in Münsterschwarzach. Sie hätte miteinander kein Wort gesprochen, aber sich dennoch faszinierenderweise gut verstanden.

Luther wollte, führte Gehrig weiter aus, dass die Lateinische Messe weiterhin gefeiert werden solle ebenso wie kleine Hausgottesdienste. Die „Deutsche Messe“ aber soll ein Gottesdienst sein, in dem viel gesungen wird, auch auf deutsch, mit einer ausführlichen Predigt, ebenfalls auf deutsch, damit die Menschen es verstehen. „Entscheidend ist für Luther, dass das Evangelium in unsere Herzen kommt und uns verändert“, betonte Gehrig

von der Kanzel herab.

Die Menschen müssen die Botschaft verstehen

In der nächsten Phase ging er nun auf den Wert des Gesangs und dessen Wirkung auf den Menschen ein und fragte, welche Musik, ob Taizé-Abend oder Bachkantate, im Gottesdienst Platz haben sollte. Dies sollte aber auch vorher den Gläubigen mitgeteilt werden. Im Gottesdienst-Institut nenne man das „Gottesdienst-Transparenz“, denn „es muss drauf stehen, was drin ist und es muss drin sein, was drauf steht“.

Zum Schluss seiner Ausführungen kam der Geistliche dann noch auf die Predigt auf Deutsch 2.0 zu sprechen und zitierte wieder Luther: „Es ist wichtig, dass die Menschen das Wort Gottes hören und auch mit Hilfe der Predigt verstehen. Es muss zu den Menschen kommen, sie berühren und deshalb müssen sie es verstehen und verändert zurückgehen können.“

Bei der Agape im Untergeschoss der Kirche kamen viele ins Gespräch über Gott und die Welt und auch noch einmal über die Predigt.

(Joseph Beck)

Gruppenbild der kirchlichen Mitarbeiter*innen der Südregion in Amtstracht
Bildrechte A. Steinbauer

Die Südregion des Dekanates Bamberg feierte zusammen mit Dekanin Sabine Hirschmann einen festlichen Gottesdienst zum Reformationsfest in Mühlhausen. Dekanin Sabine Hirschmann sprach in ihrer Predigt über den aaronitischen Segen, den Luther an das Ende jedes Gottesdienstes setzte und so den gnädigen Gott in all seiner beschützenden Zuwendung hervorhob. Im Gottesdienst wurde Isabella Stärk als Zuständige für Konfi- und Jugendarbeit in den Gemeinden Hirschaid, Mühlhausen/Weingartsgreuth sowie Steppach/Pommersfelden/Limbach eingeführt. Aus allen fünf Gemeinden stellten sich zudem die Hauptamtlichen mit ihren jeweiligen Arbeitsbereichen vor.
Ein Empfang in der Kirche in Mühlhausen lud im Anschluss die vielen Gäste aus allen Gemeinden zum Verweilen ein.

(Andreas Steinbauer)