Caritas warnt vor Gefahren durch Sportwetten
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoUnesco-Welterbetag wird in Regensburg eröffnet
Sonntagsblatt 2 Monaten 2 weeks ago100 Jahre James Krüss: Der Leuchtturmwärter der Kinderliteratur
Sonntagsblatt 2 Monaten 2 weeks agoWissenschaftlerin: Antifeminismus ist Ausdruck von Polarisierung
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoPatientenschützer fordert Hitzeschutz für Kliniken und Heime
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoEine neue Vision für die Matthäuskirche
St. Matthäus Gaustadt 2 Monaten 2 weeks agoWer kennt das nicht? Wohnungen werden umgebaut! Aus dem Gäste- und Arbeitszimmer wird ein Kinderzimmer. Aus dem Kellerraum ein Fitness-Zentrum. Und ein paar Jahre später: Wieder alles anders. Manches muss auch erneuert und auf den Stand der Technik gebracht werden. So ist es: Bedürfnisse und Geschmack wandeln sich – und mit ihnen auch unsere Wohnungen.
Kirchen wurden immer schon umgebautAuch Kirchen wurden im Lauf der Geschichte umgebaut und ummöbliert, damit sie in veränderten Zeiten weiterhin ihrem ursprünglichen Zweck dienen konnten. Im hohen Mittelalter hatte man die Idee, dass die Predigt besser zu hören ist, wenn man eine Kanzel mit einem Schalldeckel einbaut. Und etwa zur gleichen Zeit gönnte man der Gemeinde eine Sitzgelegenheit (denn bis dahin stand man im Gottesdienst – die ganze Zeit). Jetzt kamen Bänke in die Kirchen. Man baute um, Bedürfnisse hatten sich geändert.
St. Matthäus in Gaustadt ist eine 1964 eingeweihte Kirche für die evangelische Gemeinde hier vor Ort. Und sie ist so ›eingerichtet‹ und ›möbliert‹, wie es üblich war: mit einer Ausrichtung ›nach vorne‹ zum Altar, mit Kanzel und Taufbecken, mit Orgel – und mit Bänken. Gemeinden waren es so gewohnt und fühlten sich wohl damit. Heizungen und Licht entsprachen den Standards der 1960er Jahre. Gemeinderaum und Küche boten Raum für Gruppen und Kreise.
Gut 60 Jahre später versammeln wir uns immer noch in dieser Kirche und tun es gern. Allerdings sind Heizung und Elektrik nicht nur in die Jahre, sondern auch an ihre Grenzen gekommen. Da muss etwas geschehen. Es müsste heller und wärmer werden, gerade in den Monaten, in denen nicht daran zu denken ist, auf der Kirchenwiese, unserer Gemeinde-Außen-Wohnung zu feiern.
Vor allem versteht sich unsere Gemeinde immer mehr als eine Gemeinschaft. Keine geschlossene Gesellschaft. Ein Miteinander. Aber ein Miteinander, das in Reihen sitzt? Eine Gemeinschaft, die nicht mal schnell vom Zuhören zum Gespräch in kleinen Gruppen umschalten kann? Die Immobilie müsste mobiler werden, leichtfüßiger, einfach flexibler. Im Kirchenvorstand wuchs die Überzeugung, dass wir die Wohnung der Gemeinde Stück für Stück umbauen sollten.
Kirchenvorstand auf ErkundungstourUm zu sehen, wie das funktionieren könnte, sind im Oktober ein paar Mitglieder des Kirchenvorstandes nach Selb gefahren. Die Gemeinde dort hat ihre Wohnung, die ursprünglich unserer Kirche ähnlich war, renoviert und ihren aktuellen Bedürfnissen angepasst – eine Infrarotheizung schenkt Wärme, eine neue Beleuchtung schafft freundliches und gleichzeitig helles Licht, die Kirchenbänke wurden verabschiedet und durch eine flexiblere Bestuhlung ersetzt, Kirchenraum und Gemeinderaum sind durch große Türen miteinander verbunden - eine Idee, eine Kirchenwohnung umzugestalten.
Eine neue Vision für unsere MatthäuskircheDoch was passt für uns in St. Matthäus? Was brauchen wir für unsere gottesdienstliche Gemeinschaft, für unsere Gruppen? Damit hat sich der Kirchenvorstand mit Menschen aus der Gemeinde, die sich dafür interessieren, einen Tag lang intensiv beschäftigt und konkrete Ideen entwickelt:
Eine Infrarotheizung ist eine gute Idee, um unsere in die Jahre gekommene und sehr teure Bankheizung zu ersetzen.
Eine Bestuhlung des Kirchenraumes würde uns viel mehr Freiheit bei der Gestaltung der Gottesdienste geben, Gemeindeversammlungen in der Kirche ermöglichen, uns von der kleinen Andacht bis zum großen Weihnachtsgottesdienst den Bedürfnissen angepasst den Raum gestalten lassen.
Orientierung zur Mitte hin würde uns sehr einleuchten: Gemeinde versammelt sich als Gemeinschaft um Christus, ihre Mitte. Also: um einen Tisch in der Mitte, auf dem das Abendmahl vorbereitet wird, die Kerzen brennen, Blumen und Steine liegen und die Bibel aufgeschlagen ist. So könnte die Gemeinde ihrem eigenen Bild von sich entsprechen: Gemeinschaft, nicht Zuhörerschaft. Zugleich würde der Kirchraum damit auch für andere Veranstaltungen beweglicher nutzbar.
Zum Gemeinderaum hin könnte die Kirche geöffnet werden. Anders gesagt: Gemeinderaum und Gottesdienstraum gehen ineinander über, zwei Räume, aber miteinander verbunden.
Fenster bzw. eine Tür nach außen zum Garten könnten in der Kirche unsere Gottesdiensträume miteinander verbinden und im Gemeinderaum mit einer Terrasse für mehr Platz und Licht beim Kirchenkaffee und den Treffen unserer Gruppen sorgen.
So jedenfalls ist die Vision, die unser Kirchenvorstand bei seinem KV-Tag am 1. November miteinander gesponnen, entworfen, geträumt hat. Ob sie sich umsetzen und verwirklichen lässt, wollen wir nun miteinander und auch mit der Gemeinde prüfen.
Förderverein für Gemeindeauf- und -umbauDas wird ein längerer Prozess, für den wir noch Gelder einsammeln und ansparen müssen. Eines haben wir nun konkret im Sinn: Wir planen nun, für die Fragen des Gemeindeauf- und -umbaus einen Verein zu gründen (wie es an etlichen anderen Orten in der Kirche schon passiert ist), also einen Förderverein, der Gelder sammelt und interessierten Menschen, denen St. Matthäus am Herzen liegt, die Chance gibt, sich punktgenau für die Veränderungen einzusetzen, die jetzt an der Zeit sind.
Unter dem Strich merken wir: Es geht jetzt um viele Veränderungen! Manche, weil der Zahn der Zeit auch vor unserer Technik nicht Halt gemacht hat. Andere, die aus der Überzeugung geboren sind, dass unser Haus die Wohnung der Gemeinde ist, ein Ort, an dem wir einander begegnen, gastfreundlich Menschen willkommen heißen und auf Begegnung mit Gott hoffen. Eben kein an sich heiliger Raum, sondern eine Wohnung, mit Patina und Würde, aber doch eine Wohnung. Und Wohnungen ändern sich. Das kennen wir ja. Auch die Wohnung der Gemeinde darf sich ändern. Packen wir es an!
Nach Angriff auf Generalkonsulat: Zwei Männer angeklagt
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoMeron Mendel sieht Yad Vashem in Deutschland kritisch
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoBlutspendedienste wollen Jüngere zur Spende bewegen
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoOberstes US-Gericht verwirft Todesurteil für schwarzen Häftling
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks agoUnesco-Welterbetag mit über 400 Veranstaltungen in Deutschland
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks ago760.000 Euro veruntreut - Kirchenmitarbeiter zu Haftstrafe verurteilt
evangelisch.de 2 Monaten 2 weeks ago"Zeit, dass sich was dreht" - Das St.Matthäus-Erklärvideo
St. Matthäus Gaustadt 2 Monaten 2 weeks agoEin St. Matthäus-Erklävideo - Was hat es denn damit auf sich?
Wir sind ja Preisträger des Ehrenamtspreises unserer Landeskirche, den wir mit dem Andachtbeantworter während der Coronapandemie verliehen bekommen haben. Nun wird die Vergabe dieses Preises eingestellt, weil sich die Menschen in den evangelischen Gemeinden in Bayern so vielfältig engagieren, dass es für das Preiskomitee immer schwieriger wurde, besondere Projekte herauszustellen. Die Einstellung des Preises wurde Anfang November mit einem kleinen Fest in St Stephan in Bamberg gefeiert, wozu wir als Preisträger auch eingeladen waren. Zugleich wurden wir angefragt, ob wir in diesem Rahmen die vielfältigen Veränderungen in unserer
Gemeinde und unsere Vision einer „Ehrenamtsgemeinde“ vorstellen wollen.
So ganz sicher, ob wir das tun wollen, waren wir uns im Kirchenvorstand nicht: ja, wir machen manches anders als früher und unser Blick auf Haupt- und Ehrenamt und das Zusammenleben als Gemeinde hat sich verändert. Aber dieser Weg ist auch schwierig, wir scheitern an manchem und vieles machen wir faktisch dann doch genauso wie in anderen Gemeinden auch. Was also haben wir zu erzählen?
Aber interessant fanden wir die Idee doch und haben entschieden, uns darauf einzulassen. Ein kleines Vorbereitungsteam war schnell gefunden, blieb die Frage,
wie wir all die komplexen Veränderungen knackig und kreativ darstellen können und auch auf Dauer etwas von dem Projekt haben. Geboren war die Idee eines „Erklärvideos“. In wenigen Wochen entstand so unter Einbeziehung der Dekanin, der Beteiligung vieler Gemeindemitglieder in Bild, Wort und Fingerprint und mit viel
Kreativität und Engagement im Pfarrhaus ein 15 minütiger Film.
Das Video handelt von den Veränderungen in unserem Denken und Handeln und von den kleinen und großen Problemen, auf die wir dabei stoßen. Gemeinsam mit Dekanin Hirschman haben wir den Film in St. Stephan Ehren- und Hauptamtlichen unserer Landeskirche präsentiert und viele interessierte Nachfragen zu unserem laut Regionalbischöfin Sachs „zukunftsweisenden“ Weg beantwortet. Denn bei allen Schwierigkeiten bleibt die Überzeugung: „Es wird Zeit, dass sich was dreht.“
