Ein herzliches "Grüß Gott" im Dekanat Bamberg

Komm Heiliger Geist
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Liebe Leserinnen und Leser,

damals beim ersten Pfingstfest waren Tausende von Menschen so erfüllt von der Freude aneinander und an der Gemeinschaft, die sie erlebten, dass die Kritiker sagten, die können ja nur besoffen sein „voll süßen Weins“. Ja, sie waren „voll“ aber „voll des Geistes“, durch und durch begeistert, von dem, was sie erlebten.

Menschen „aus allen Völkern unter dem Himmel“ waren versammelt und verstanden sich plötzlich über alle Sprach- und Nationsgrenzen hinweg. Es war der Geist Gottes, der jede und jeden Einzelnen in diesem Miteinander spüren ließ: Ich bin verstanden. Andere interessieren sich für mich und ich interessiere mich für sie. Es ist einfach wunderschön, in dieser Vielfalt und Buntheit zusammen zu sein, sich zu akzeptieren und die Freude wachsen zu sehen.

Diese große pfingstliche Vision des Miteinanders prägt den christlichen Glauben von Anfang an, auch wenn sie sich leider selbst innerhalb der Kirche nicht immer durchgesetzt hat. Umso hoffnungsfroher stimmt es mich, dass etwa das ökumenische Gespräch zwischen den Kirchen heute von dem Gedanken einer „versöhnten Verschiedenheit“ und von der Freude am gemeinsamen Reichtum in ganz unterschiedlichen Prägungen bestimmt ist. Uns alle verbindet die Liebe des menschenfreundlichen Gottes, die wir in einer grundlegenden Menschlichkeit leben ohne nach Glauben, Religion und Nation zu fragen.

Der pfingstliche Geist Gottes schafft Identität und Selbstbewusstsein nicht durch die Abgrenzung von anderen Kulturen und Religionen, sondern durch den liebevollen und wertschätzenden Blick auf die Weite der einen Welt Gottes. Und da ist jeder Mensch ohne Unterschied im Blick und die ganze Schöpfung als unser aller Lebensgrundlage.

Ich glaube, dass die große pfingstliche Vision des Miteinanders nicht nur für das ökumenische Gespräch zwischen den Kirchen entscheidend ist. Sie kann auch inspirierend wirken für das gesellschaftliche Miteinander in unseren herausfordernden Zeiten. Pfingsten
beginnt schon damit, wie wir uns auf der Straße oder im Park, bei der Arbeit oder in der Freizeit begegnen und einander in die Augen sehen voller Wertschätzung und Respekt! Und das funktioniert auch wunderbar unter Einhaltung der AHA-Regeln.

So möge die Bitte des Pfingstfestes jeden unserer Tage prägen: „Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft!“

Ich freue mich auf gelegentliche Begegnung mit Ihnen und wünsche Ihnen allen eine vom Geist der Liebe Gottes erfüllte pfingstliche Zeit.

Hans-Martin Lechner
Dekan

 

 

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