Ein herzliches "Grüß Gott" im Dekanat Bamberg

unterwegs
Bildrechte: Jana Hofmann

Liebe Leserinnen und Leser,

Sehen und Gesehen-Werden tut gut und gehört zum christlichen Glauben. Dabei geht es über die bloße Wahrnehmung hinaus um das Interesse aneinander, um die Wertschätzung füreinander und letztlich um die Liebe zueinander.

Von daher empfinde ich das Ergebnis einer von der Initiative „More in Common“ in Auftrag gegebenen soziologischen Studie ernüchternd und geradezu verhängnisvoll, dass sich ein Drittel unserer heutigen Gesellschaft als unsichtbar empfindet, das Gefühl hat, für andere Luft zu sein, eben nicht gesehen zu werden. Dabei handelt es sich offensichtlich nicht nur um schlecht Versorgte, sondern um Menschen mittleren Alters und Jugendliche mit auskömmlichem sozialen Status und sicherem Job, aber ohne gesellschaftliche und politische Orientierung. – Wie kränkend muss es sein, sich unsichtbar zu fühlen, und welches gesellschaftliche Konfliktpotential steckt in dieser Erfahrung Vieler?!

Nahezu jede Geschichte, in der Jesus anderen Menschen begegnet, beginnt mit den Worten: „Und siehe, er sah ihn an …“ – Wenn wir die Geschichten weiterlesen, dann spüren wir, dass Jesu Ansehen etwas Heilvolles ist: „Und siehe, er sah ihn, er sah sie an, liebevoll, wertschätzend, interessiert, fragend, helfend und heilend.“

Jesus schafft hier wohl eine Haltung des Ansehens, aus der gegebenenfalls die entsprechende ganz konkrete Zuwendung und Hilfe folgt. Im Namen Jesu sollen und können wir einander und alle Menschen liebevoll ansehen, gerade so, wie er uns ansieht. Ich meine, dass diese Grundhaltung des Sehens und Gesehen-Werdens jeder und jedem Einzelnen gut tut und so auch ein wichtiger Beitrag für den gesellschaftlichen Frieden sein könnte.

Ja, wir sind angesehen, so wahr das Wort aus dem Buch des Propheten Jeremia 32,19 gilt: „Gottes Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder.“ - Ich wünsche Ihnen einen schönen Gang durch unsere Dekanatsseite und einen behüteten Weg durch die herausfordernde Gegenwart. Sehen wir einander an, gerade auch mit Mund- und Nasenschutz.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Hans-Martin Lechner
Dekan

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Sie suchen eine bestimmte Kirchengemeinde im Dekanat oder möchten mehr über die Arbeit und Angebote unserer Dienste und Werke erfahren? Auf unseren Seiten finden Sie Informationen und – was uns noch viel wichtiger ist – Ansprechpartner für alle Bereiche, in denen sich Menschen aus der evangelischen Kirche engagieren. Denn wir möchten für Sie nicht nur über das World Wide Web, sondern ganz konkret und persönlich erreichbar sein.

Poetry Slam
Bildrechte: Thomas Braun
Wie ist das mit der Heimat? In Zeiten von Heimatministerium und Flucht aus der Heimat ist das keine einfache Frage. Auch und gerade für Studierende, die aus ihrem „Zuhause“ endlich/leider/neugierig in die große weite Welt gehen. Deswegen luden die evangelische Studierendengemeinde esg und der Verein zur Förderung der jüdischen Geschichte und Kultur Bamberg am 8. Dezember 2019 zu einem PoetrySlam zum Thema „Heimat“ ein. Ein volles Haus im Freiraum in der Kapuzinerstrasse und die tolle Moderation von Maron Fuchs stellten den Rahmen für das Event. Deren Stars waren aber die acht Poet*innen aus Nah und Fern, die in unterschiedlichster Weise über Heimat sprachen. Sie zeigten, dass es keine einfachen Antworten auf Heimat gibt. Und dann sitzen da fast hundert Menschen und lauschen, was da ins Mikro gesprochen wird. Teils nachdenklich, teils fröhlich. Immer ernsthaft.
Bildrechte: beim Autor

Vertreterinnen und Vertreter aus allen Kirchengemeinden des Dekanatsbezirkes zogen zum festlichen Dekanatsgottesdienst am Reformationstag in die Erlöserkirche ein. Die Kantorei St. Stephan und der Kantatenchor der Erlöserkirche berührten die Festgemeinde mit der Bachkantate „Wer nur den lieben Gott läßt walten“. Geleitet wurden die Chöre von den beiden Dekanatskantorinnen Markéta Schley Reindlová und Kirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper.

Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hielt eine beeindruckende Kanzelrede zur Bachkantate.

Bildrechte: beim Autor

Abschied und Neubeginn im Team der evangelischen Krankenhausseelsorge: Christina Kratz wurde von Dekan Hans-Martin Lechner und Krankenhauspfarrer Mathias Spaeter nach über 20 Jahren engagiertem Dienst als „Gehilfin der Liebe Gottes“ in der Kinderklinik in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolge tritt Ulrike Bergmann an. Ein herzliches Dankeschön an Christina Kratz und allen beiden Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt!

(von links: Dekan Lechner, Christina Kratz, Ulrike Bergmann, Loni Meyer/ katholische Krankenhausseelsorge, Pfr. Mathias Spaeter)

1000 Jahre St. Stephan
Bildrechte: Ute Nickel
Knallbunt leuchtende Karten machen auf ein ganz besonderes Jubiläum aufmerksam: 2020 feiert die Bamberger Stephanskirche ihr 1000jähriges Jubiläum. Damit ist sie nicht nur die älteste evangelische Kirche in der Weltkulturerbestadt Bamberg. Die Stephanskirche hat eine weitere Besonderheit: Sie ist die einzige von einem Papst geweihte Kirche nördlich der Alpen.