Ein herzliches "Grüß Gott" im Dekanat Bamberg

Tu deinen Mund auf
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Liebe Leserinnen und Leser,

der biblische Spruch für den Mai passt vielleicht beim ersten Hören gar nicht so sehr in diesen wunderbaren Frühlingsmonat voller Vogelgezwitscher und aufblühender Natur. Oder doch?  - „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!“ heißt es da in den weisheitlichen Sprüchen des Königs Salomo.

Es ist das Wort einer Mutter an ihr Kind. Sie weiß, ihr Kind wird einst König werden und das Land regieren. Es ist ihre Erziehungsmaxime. Das soll sein Leitspruch als König sein, den Mund zu öffnen für den Stummen und für das Recht aller Schwachen.

Die gebildete Frau kennt wahrscheinlich die gesellschaftliche Einsicht, dass eine Kette immer nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied und dass es deshalb politisch klug ist, den Schwachen im Lande ihr Recht zu verschaffen. Vielleicht war die Mutter aber auch einfach eine gläubige Frau, die die Forderungen Gottes und seiner Propheten im Blick hatte und an ihren Sohn weitergeben wollte. Die Mahnung zum gerechten Regieren gehört im ersten Testament zum Standartprogramm der Prophetenworte an Könige und Fürsten. Später hat dann Jesus von Nazareth genau diese Haltung eingenommen, sich für alle Menschen gleichermaßen eingesetzt und besonders diejenigen in die Gesellschaft hereingeholt, die an den Rand gedrängt und ausgeschlossen waren, stumm und schwach.

Wir leben heute, Gott sei Dank, in einer Demokratie, in der jede Bürgerin und jeder Bürger Verantwortung trägt für das Gemeinwohl. Und wir sind als lutherische Kirche geprägt vom Gedanken eines „Priestertums aller Glaubenden“. Darum ist das Wort der Mutter an den Königssohn um Christi Willen ein Wort an jeden Einzelnen unter uns je an ihrem oder an seinem Platz, Beruf und Ort. Es ist Ausdruck einer christlichen Haltung, die beseelt ist von der Ehrfurcht allem Leben gegenüber in der gesamten Schöpfung Gottes.

Diese Haltung ist in den aktuellen Tagen vieler zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen, des immer weiteren Auseinanderdriftens von Reich und Arm, der immer größer werdenden existentiellen Not vieler Menschen von heilvoller Brisanz und Relevanz. Gott, der Vater allen Lebens, begegnet in Jesus Christus jeder und jedem Einzelnen unter uns voller Ehrfurcht und Liebe. Er ist der Motor und die Kraftquelle für die Ehrfrucht, in der wir einander begegnen und füreinander und besonders für die Stummen und Schwachen das Wort erheben. Es ist klug und weise. Zudem von der Liebe Gottes getragen.

Ich meine, das Wort passt gut in unsere Tage und auch in diesen herrlichen Monat Mai. Vielleicht leuchtet die neue Welt Gottes auf – in Wort und Tat.

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen
Hans-Martin Lechner
Dekan

 

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Poetry Slam
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Wie ist das mit der Heimat? In Zeiten von Heimatministerium und Flucht aus der Heimat ist das keine einfache Frage. Auch und gerade für Studierende, die aus ihrem „Zuhause“ endlich/leider/neugierig in die große weite Welt gehen. Deswegen luden die evangelische Studierendengemeinde esg und der Verein zur Förderung der jüdischen Geschichte und Kultur Bamberg am 8. Dezember 2019 zu einem PoetrySlam zum Thema „Heimat“ ein. Ein volles Haus im Freiraum in der Kapuzinerstrasse und die tolle Moderation von Maron Fuchs stellten den Rahmen für das Event. Deren Stars waren aber die acht Poet*innen aus Nah und Fern, die in unterschiedlichster Weise über Heimat sprachen. Sie zeigten, dass es keine einfachen Antworten auf Heimat gibt. Und dann sitzen da fast hundert Menschen und lauschen, was da ins Mikro gesprochen wird. Teils nachdenklich, teils fröhlich. Immer ernsthaft.
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Vertreterinnen und Vertreter aus allen Kirchengemeinden des Dekanatsbezirkes zogen zum festlichen Dekanatsgottesdienst am Reformationstag in die Erlöserkirche ein. Die Kantorei St. Stephan und der Kantatenchor der Erlöserkirche berührten die Festgemeinde mit der Bachkantate „Wer nur den lieben Gott läßt walten“. Geleitet wurden die Chöre von den beiden Dekanatskantorinnen Markéta Schley Reindlová und Kirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper.

Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hielt eine beeindruckende Kanzelrede zur Bachkantate.

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Abschied und Neubeginn im Team der evangelischen Krankenhausseelsorge: Christina Kratz wurde von Dekan Hans-Martin Lechner und Krankenhauspfarrer Mathias Spaeter nach über 20 Jahren engagiertem Dienst als „Gehilfin der Liebe Gottes“ in der Kinderklinik in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolge tritt Ulrike Bergmann an. Ein herzliches Dankeschön an Christina Kratz und allen beiden Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt!

(von links: Dekan Lechner, Christina Kratz, Ulrike Bergmann, Loni Meyer/ katholische Krankenhausseelsorge, Pfr. Mathias Spaeter)

1000 Jahre St. Stephan
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Knallbunt leuchtende Karten machen auf ein ganz besonderes Jubiläum aufmerksam: 2020 feiert die Bamberger Stephanskirche ihr 1000jähriges Jubiläum. Damit ist sie nicht nur die älteste evangelische Kirche in der Weltkulturerbestadt Bamberg. Die Stephanskirche hat eine weitere Besonderheit: Sie ist die einzige von einem Papst geweihte Kirche nördlich der Alpen.